20 09 04 + 7 - 9 sonette


na klar, man kann sie auch in kategorien anordnen und einzelklickfähig machen, aber dafür habe ich jetzt keine zeit. also kommentarlose sonette aus den achtziger und neunziger jahren des vergangenen jahrhunderts.


schade nur, dass das mit dem vorformatieren nicht so gut ... geklappt hat, was zu einem ganz neuen leseerlebnis dieser klassischen gedichtform führt.
wems trotzdem spass macht, bitteschön:

nachdruck, zitat etc. natürlich nur mit genehmigung des autors.




ROCKLIFE Die Liebe gesucht. Sucht war der Befund. Die Frage nur wie. Nie den Traum vertauscht. Und endlich ein Glück. Küßt dich auf den Mund. Dann immer und oft. Rock'n'Roll berauscht. Das Chaos gelehrt. Schwarzen Krach gehört. Im Hellen erlahmt. Tage blind durchwacht. Die Regel gestört. Ordnung umgekehrt. Nur Dunkel sieht Licht. Leben ist die Nacht. Der Morgenrefrain. Der die Strophen trennt. Und Pause nicht drin. Immerzu gehetzt. Das Leben die Zeit. Zigarette brennt. Die Liebe verglüht. Unter Asche. Jetzt ist hiermit vorbei. Bleibt noch viel zu tun. A wop bop a lou bop. A lop bam boum. KEITH RICHARDS Er ist ein Stein und rollt so hemmungslos wie unaufhaltsam durch Musik und Zeit. Die Drogen nimmt er nie auf Herrenklos, und trotzdem ist es manchmal fast so weit, daß ihm ein letzter Rausch das Requiem schreibt. Doch handwerklich erlaubt er Pfuscherei auch hier nicht, unterhält sich wohl dabei am Leben, das ihn an die Saiten treibt und ihn um gut zehn Jahre älter macht als er tatsächlich ist. So inkarniert nur sein Gesicht die Rock'n'Roll-Substanz; als Steinbruch, und ein Bruchteil daraus kracht herab im Scherbendonner lärmverschmiert. Akkorde trinken auf zum Totentanz. PHIL COLLINS Trommelnd kam er punktgenau, viel schneller als sie hören konnten, neu in eine Band. Und Genesis mit dem Propeller- Schlagzeug stieg so hoch auf wie noch keine flog. Da ist er ihr Pilot gewesen. Aus der Hippiezeit geholt ins Heute hat er sie mit seinem Schelmenwesen, das auch gut war für die Selbstausbeute. Solo wurde er dann noch viel reicher. In der Luft kam es, war nachts zu fühlen. Abends ließ es nicht nur Mädchen weicher werden im Konzert, zum Glück auf Stühlen. Mittlerweile sind sie alle gleicher, seine Lieder. Viel Musik zum Spülen. WHITNEY HOUSTON Hängst Du am Zeiger der Popmusikuhr? Plötzlich war Rap in, und Du hast gerappt. Immer wenn Frühling ist, kommst Du auf Tour. Bist Du ein Mensch oder nur ein Konzept? Sag mir, wie fühlst Du Dich so als Produkt? Freust Du Dich drauf, wenn Dich keiner mehr kennt? Tausende haben ihr T-Shirt bedruckt. So gibt es nichts zwischen Euch, das noch trennt. Doch ein paar Herren, die dick sind und alt, stehen vor Dir und erklären Dir Geld. Wunderts da jemand noch, daß Du so kalt, ganz unberührbar bist, andere Welt? Bleib dort, sing weiter, wir wissen ja nun: Eigentlich hast Du mit uns nichts zu tun. REIMBEINSONETT Uwe seelig sei Dein Bein! Spielte nicht nur Muskelkraft. Hat nur selten wer geschafft. Steht im Fußball fast allein, spielt mit Tak und tik und Trick, rennt nicht nur und denkt erst dann, zeigt im Kopfball Fußgeschick. Bist der beste Mittelmann, und fürs Mittelmaß zu gut, das 'für Deutschland' kämpfen tut. So spielt Berti Selbstbetrug. Seist nicht Terrier genug. Wolle Bein nicht, links nicht, rechts nicht. Eine Dummheit, und die rächt sich. BEWEGTE NOCTURNE Wo ist hier der Ort für mich zum Stillstand Meiner Suche nach der Ruhe mitten In der Nacht, in deren gläsern Glanze Blechern Schimmern ich nur selbst mich spiegel? Wer befreit mich, öffnet diesen Riegel, der in seinem schlafenssschweren Kranze meine Stadt durchzieht und meine Bitten gnadenlos mißachtet ohne Abstand? Eng an eng, man darf sich nicht verspäten, sind schon alle unbewegt verbunden. Kein Erbarmen einer Menschenseele Gibt mir Raum, für den ich mich hier quäle. Glücklich ist, wer ihn für sich gefunden Hat, den Parkplatz nachts in deutschen Städten. LETTERNLOTTO Ich lebe nur in meinen vielen Worten, bin allzuoft verschwunden im Gedicht. Wer lesen mag, der wird mich vielleicht orten. Wer das nicht will, der findet mich wohl nicht. Schon spüren wir die Interdependenzen: es geht nur dies, wenn jenes auch noch geht. Und alles das zusammen zieht die Grenzen, in denen sich der Satz im Kreise dreht. Er windet sich in lyrische Hypnose und filtert das Unmögliche heraus: Ein Vers. Die Sprache hielt es nicht mehr aus. Im Schleudertraum der konzentrierten Fliehkraft gelingt dem Buchstaben, was er sonst nie schafft: Die anderen mit ihm sind Aussichtslose. BAHNHOFSABSCHIED Die Sicherheit, wir sind es nicht, die macht mich gar nicht sicher. Denn Du hast gelacht, als wären wir's. Doch wußten wir nicht dann: Du warst die Frau und ich dabei ihr Mann. Wo fährst Du hin, Du siehst, ich bleibe hier und weiß wie Du, ja doch, Du fährst dahin. Und wieder ist es so, daß ich da bin, wo Du auch bist, weit weg, allein mit mir. Geübt darin, die Zeit zu überwarten, bleibt das Gepäck verschlossen nach der Reise. Geheim, da blühen wir im fernen Garten. Nie stark genug, um alles zu verschenken und sicher nur die Wiederholung denken: wir sehnen endlos uns auf diese Weise. LEICHTE WORTE Kaum bist du hier, da verstummen sie wieder, flattern und taumeln davon, auf und nieder: Schmetterlingsworte. Sie schwingen und fächeln uns ihren Hauch zu. Mein Lachen, dein Lächeln. Wollte eins fangen, ein leichtes dir schenken, ohne den Flug ihm dabei zu verrenken. Eins, das von Liebe und auch noch von Glück spricht, hält sich so selten. Erhebt ohne Rücksicht blau seine Flügel und senkt sie und schwebt schon wortlos nach oben, nicht ganz ohne Argwohn. Redet es doch, dann verneint es Verdichtung. Dient mehr dem Schweigen. Und Ruhe ist Richtung. Flüchtig bleibt es, ungesungen, liederlich. Hörst du leise dieses Wort: ich immerfort. EINMALEINSMACHTZWEI Was soll man da noch sagen? Er ist nicht der erste von uns Junggesellen, die sich mittlerweile, mal pompös, mal schlicht dem Eheernst des Lebens stellen, wie auch sie anscheinend, die noch fast zu jung ist, um sich ewiglich an ihn zu bin- den und von nun an die Veränderung zu zweit an ihm wie an sich selbst zu finden. Blieb noch etwas sonst als Sinn der Tat? Natürlich, wertvoll wichtig war das Wir. Beängstigendes, kurzes Einsmachwort. Du lieferst dich ihm aus, dein Ich fällt fort zum Teil. Nur hoffe nicht, sie gibt es dir zurück. Die Ehe ist kein Plagiat. ZEITLUPE Die traurigen Stunden waren Minuten. Beweglich. Festgehalten. Erstarrte Energie. Nach besseren Zeiten gehen die guten. Die Bilder, die sie malten aus Tränen trocknen nie und werden verbluten, ins Zeitlose gleiten. Bald wieder gelten die alten Farben der Fantasie. Lebenslängen gestalten sich endlos in Melancholie. gedehnt sind Sekunden die Allmöglichkeiten. SONETT IM SEMINAR Da sitzen sie zu acht im Seminar. Auch ich erschien erwacht, doch müde ging mein Körper hinterher. Fragte, was fing sein Kopf mit dem an, das da Thema war? Hier soll der Germanistik Theorie ein Zoll sein, den Erkenntnis zahlt für sich auf diesem Wissensweg unweigerlich. Dabei sieht so der Kopf den Körper nie. Wann denn wohl sonst als nun hier und hier nur könnten die Wunder entstehen, doch stur erstarrt die lahme Lehre ungeschick- lich: Nie ist Strophe Nummer drei so einsam wie tatenlose Analyse peinsam. Und immanenter schwätzen wir uns glücklich. GEBURTSTAG, SOHN AN VATER Wenn dann die Neun eines Tages zur Null wird, plötzlich zum sechsten Mal und unausweichlich, wenn man sich denkt, daß man doch nur herumirrt zwischen zuwenig, genügend und reichlich, wenn du, verglichen mit mir, schon so viel hast, was ich nicht kenne und nie so erlebe, doppelt so viel wie das, was mir fehlt fast, drängt sich ein Hinweis auf, den ich dir gebe. Sind jetzt drei Drittel vorbei von uns beiden, Hälfte des Lebens. So trinken bescheiden Jahre uns aus, doch ihr Durst ist unstillbar. Trinken auch wir, sei der Wunsch so erfüllbar, noch sechs Jahrzehnte den Leerlauf zu meiden, denn auch mit neunzig noch kann ich dich leiden. ALTERNATIVES MÄRCHENSONETT Strumwind Sündbö hat längst nachgelassen. Gab wenig Zeit zur vollen Takelage. Für manchen war sein Ende schwer zu fassen. Kaum einer sprach davon aus Vorsicht vor Blamage. Das Leben bettet sich in schön getönter Lider Schatten. Gedanken sind geerntet, nun brachen Blicke lichterloh. Auch schwer verkorkster Geist genießt die Lust in Hängematten. Recht fern verhallt der Philosoph: das war schon immer so. Ein Prinz begann die Wanderung bei ihr und kam nicht mehr zurück. Nur selten zuckt sie noch zum Tanze auf, der statisch ist wie die Musik. Die Dritte, kurz, erkennt sich nicht und sagt drum auch nichts mehr. Der Geizige gibt her an seinen Geiz, was er gelernt zu geben hat, die Ehr. Der Dichtwicht wortet Wringsal in das Wirrnis und riecht schon die Replik. Und mittendrin die Zauberin als Sehnsucht nach dem Kinderglück. WIEDER SO NETT VEREINIGT Ach komm schon her, ein Laken soll das Doppelbett bespannen nun. Und sei jetzt mal vertrauensvoll; wir nehmen meins, auf dem wir's tun. Es ist so weich, bequem und warm; viel besser als dein Leinen. Ich nehme dich in meinen Arm, und da willst du noch weinen? Natürlich ist es schon so weit; die Liebe kommt von selber, Du. Mach lieber mal die Beine breit, denn das gehört ja auch dazu. Du bietest doch die Reize feil; sag' später nicht, du warst nicht geil. DURCHBRUCH (femme fragile) Mittendrin. Und alle Fragen ballen sich zu Fäusten ohne jede Vorsicht. Aufgesplittert zwischen diesen drallen Reizen, unverständlich ihre Nachricht: Rundherum sind Schatten hingefallen. Vorher. Nachher. Spaltete ein Irrlicht. Sprachgeblendet hören sie sich lallen: zwischen uns ist endlich alles undicht. Plötzlich sind die Sinne permeabel, turmhoch transzendiert sich sogar Babel. Bester Blick von oben aufs Totale. Sexuell synthetisch diskutabel. Hinter dem Konstrukt winkt das Fatale. Dimensionen flachen ab. Finale. ICHDICHLACHGEDICHT Ich könnte dich nächtelang lachen hören. Das ähnelt der Daune, die kitzelt am Fuß. Ich würde dir ewiglang Unsinn schwören. Den Unssinn, der kommt vor und nach jedem Kuß. Nur eines war anders vor jenem ersten: Ich konnte dich tagelang einfach verpassen. Dann brachten Gefühle Gesetze zum Bersten. Ich werde dich stundenlang stöhnen lassen. Dich fliehen des Lebens langweilige Grenzen. Ich liebe es, endlos mit dir nur zu tanzen Und wochenlang wichtige Dinge zu schwänzen. Wir können so lieblich die Lust auch verwalten und ohne ein Maß für die Zeit so im ganzen Leben lang Lachen für Liebe gar halten. UMWEG Noch baumelt der Wein leicht im Glase. Wer war da gewesen? Und wo stand zu lesen: Station auf dem Weg zur Ekstase. Getrunkene Zeit aus Konserven und Worte so blechern graviert in die sprachlosen Nerven. Dann Blut in den Bechern. Und hinter welchen Drähten ist der Schutz am größten? Egal wie klein, ein Schlupfloch ist doch jede Masche. Scheinbar beglückt danach, weil sie sich selber lösten. In mich hinein, daß niemand einen Blick von mir erhasche. Ein Schritt, der vor dem Trauern kommt, kann noch nicht trösten. Auf diesem Weg wird jedes Feuer schnell zu Asche. DIE BUCHHÄNDLERIN Türme von Büchern, nie alle zu lesen. Sie mittendrin, im Quadrat auf zwei Metern einfach das Schönste darunter gewesen. Eyescraper, handelst Du oft mit Vertretern? Bleiben die lange da, länger als ich noch? Wollen die nur ihre Bücher verkaufen? Ich möchte mehr und ich hoffe, ich darf doch? Aus diesem Laden hier sollten wir laufen. Wann hast Du Pause, ich lese Dir meine Werke dann vor, so verschämte Sonette, ziemlich vermessen. Petrarca und seine Verse, die gerne zur Ansicht ich hätte, sind schon recht lange mein Lehrer für so was. So wie Du schaust, glaube ich, Du verstehst das. EX LIBRI Ich merke nun: ich liebe dich schon jetzt kaum daß ich weiß, wer du denn bist und wirst Als Frau bist du mir durch den Kopf gehetzt als Mensch so ruhig, daß du mich voll verwirrst Nah gehst du neben mir. Minutenlang kommst du mir vor wie ich dich selten sah befreit unf frech und hell. Mein Hirn wird bang mein Herzhofwächter sagt, du gehst ihm nah Sehr nah, und nochmal näher wäre fein Warum will er so häufig zu dir hin? Soll er dich fangen, immer bei dir sein? Du fühlst bestimmt genau, daß ich es bin, der will, doch der nicht weiß, was werden darf. So wie wir schließen sind wir messerscharf. TRANSLAT Sind wir einander freie Übersetzung, der Sehnsuchtsspiegel, der sich in uns findet, doch fremd bleibt in der eignen Wortvernetzung und sich mit anderem niemals verbindet? Sind wir getrennt verschieden Wirklichkeiten, zugleich gezeichnet und bezeichnend beide, doch unabhängig in den Einsamkeiten, damit auch nicht die Lust auf Gleichheit leide? Wir sind uns Wort für Wort ein Gegenglück. Gesprochen meint zwar immer schon vorbei und jedes Ende ist ein Einzelstück, doch manche langen Sätze lieben sich, sind Vorsatz, Gegensatz und eigentlich schon Wunscherfüllung, denn es wünschen zwei. ICH IRR WIR WIRR ich finde deine namen du bist so konkret du bist mir all mein amen ich bin mir gebet wir sind einander einerlei ich bin dafür niemals du ich bin immer immer zwei wir sind einsam geradezu du bist schon mein abstraktum ich dreh' mich nach dir nackt um wir kleideten uns zart ich fehle dem, was fehlt du bist auch das, was zählt wir sind ein resultat. SONETT VERLIEBT Ich wär so gern so nett verliebt, so heiß und zehrend hinter Dir und hinter deinem Lächeln her, und hinterm Hintern noch viel mehr. Ich wär so scharf drauf, was es gibt. Und was es nicht gibt, schenkt' ich dir. Gefühlvoll wechseln Dimensionen. Das müßte sich mit dir ja lohnen. Nur fehlt mir Tätigkeit im Trieb. Komm' her, sei da und hab' mich lieb! Wozu die Maske, die Grimassen? Ich würde mich verführen lassen. Denn wirklich leben wäre schwer, so nett verliebt wie ich gern wär. NASONETTGESCHWÄTZ Um dein Schweigen verweht sich ein Lächeln und bleibt in den Winkeln da neben den Worten und wagt sich zu zeigen, selbst wenn ich es gar nicht gefragt habe. Dann drängt Verlangen, das mich zu dir treibt. Atme näher zu mir dich heran und ich will dich so lieblich wie möglich erriechen und dich nicht verschrecken mit meinem Gespür, das für sich schon erkannt hat: am besten, es bliebe ganz still. Sinnsanft beginnt es verheißend mit dir, und wer sagt, daß doch alles zu ahnen genügt? Woher käme die Täuschung, wenn dieser Duft trügt, der mich öffnet für deinen Gehalt und so willentlich meiner Nase den Weg für die Wahrheit zum Teil: Ja, du machst mich und bist auch so grenzenlos geil. IC-SONETT Zwanzig Minuten für dieses Gedicht. Zügig verwischt jeder Ausblick die Zeit. Häuser und Randschaften halten sich nicht. Wer zieht am Teppich, und ist es noch weit? Zwischen den Städten beschleunigter Traum. Jede Bewegung darin ist ein Fall waagrecht ins Ferne. Ein Ich und sein Raum staunen in Kurven, gelenkt überall. Weichen verstellen und härten den Takt. Rhythmus und Richtung, vom Vorspiel zum Akt. Einklang, der schiebt sich im Ausklang dahin. Fliehkraft, gebremst in stahlschwerer Schrille. Schotter im Schatten, genieße die Stille. Endlich. Auch spät, wenn ich früh bei Dir bin. FALLBEILSPIEL So laß´ mich bitte stehen, wenn du willst. Das ist mir lieber als zu fallen. Und wenn du wirklich so die Liebe killst, kenn´ ich den besten Grund von allen. Du fragst mich oft, wieviel du für mich zählst. Was willst du sehen, soll ich rennen? Und ließe ich dich liegen, falls du fällst? Wir würden uns schon nicht mehr kennen. Es wär´ so einfach und ich könnte dir den Kuß zum Abschied endlich geben. Wie war das nochmal mit dem Grund von eben? Doch ändert das nicht viel in dir und mir. Das haben wir von Anfang an gewußt. Gut. Dann laß Du mich stehen, wenn du mußt. SONETT DIREKT Komm über mich, so mag ich Dich so gern. Belebe Dich auf mir, wo niemand ist. Vergreife Dich, doch greife nicht zu fern. Dein Druck allein wird auch ganz nah vermißt. Geh rundherum und laß mich dabei warten. Wo Du gleich hingehörst, darfst Du markieren und Deine Spur auf weichen und nun harten und steilen Wegen danach selbst verlieren. Finden und fordern wir uns in dem Spiel. Was Dir zuwenig ist, sag es mir laut. Nimm dazu Dich, davon hast Du so viel. Eine leg dorthin, die andere hier. Halt inne dann. Wie ein See, der sich staut. Komm über mich und jetzt komm über mir. ANSPRUCH (femme fatale) Einmal wirst du mir bestimmt verfallen. Wann genau, das wissen du und ich nicht; welche Möglichkeit dann zwischen allen jene sein wird, die uns Lustmut zuspricht. Manchmal würde jede uns gefallen. Öfter folgen wir, wenn eine ausbricht. Deine läßt schon ihren Ruf erschallen. Und verführt wird meine Dichtung undicht. Danach hast du auch schon ausgesehen: Recht bemüht, ganz ernst in dir zu bleiben. Bald wird uns das Lachen noch vergehen. Könnten wir uns nur schon eingestehen: Deinmal ich und meinmal ich, wir schreiben ein Wort nur, doch zwei, wenn wir es treiben. WEITERHIN Die konnten wir immer schon bauen: Die Bunker, die Bomben. Das Gas bloß als Prämie. Still das Vertrauen dazu, denn der Käufer war maßlos. Nun will er die Maßarbeit testen. Doch wollten das nie und auf jeden Fall nie wieder Deutsche im Westen erlauben, so lauteten Reden. Ein Krieg nur für Frieden. Ganz Deutschland muß gegen sich selber marschieren, die sichersten Bauten zerstören. Wer wollte die Zweifel denn hören? Wir können dabei nur verlieren. Der Tod bleibt der Meister aus Deutschland. FENSTERBLICK Da geht sie hin, die Hacke in der Hand. Im Blick, was ihr als Dorn im Auge stand. Nur ein Moment, und ein Geräusch, das kratzt. Damit nicht alles aus den Nähten platzt. Zu lange schon hat sie es wachsen sehen und wie bisher kann das nicht weitergehen. Es stört sie nur beim täglich Straßenfegen und Schuld daran hat wohl der Sommerregen. Nun weg damit, so unverschämt das Kraut auch ist. Sie denkt daran, was sie wohl nie vergißt; wie ihr ein Lehrer liebend beigebracht, daß nur die wahre Blüte blühen darf. Für diese fehlt im Leben der Bedarf. Drum raus die Hacke und das Zeug schnell weggemacht. VON BLUT UND ÖL Als sei da nur noch Öl in Menschenadern, als sei der Tod der Quell des Überlebens, vertrauten wir den bombenden Geschwadern im Auftrag eines frei genannten Strebens. Als habe jener Recht, der sagt: das Unrecht erlaubt es uns, nun unser Recht zu bringen; sie konnten schon, uns ging es insgesamt schlecht, mit Öl die Waffenlieferung erzwingen. Verbrannte Erde wärmte unser Feuer. Kein Streit der Götter Blut und Öl kann enden. Sie wollen alles und Allah allmächtig. Wir können tausendfaches Leben spenden, das unbezahlbar ist, zumindest teuer. Es geht der Industrie bald wieder prächtig.
  
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